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Jünger sind Verwalter

 

»Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, 
der ist auch im Großen ungerecht.« (Lukas 16,10)

 


 

William MacDonald

»Alles, was wir haben, gehört GOTT, und wir sollten uns immer nur als Verwalter betrachten.« (John MacArthur)

Es waren Jünger, an die sich das Gleichnis vom ungerechten Verwalter in Lukas 16 richtete.

In diesem Gleichnis legt der Heiland Grundsätze dar, die für alle Jünger zu allen Zeiten gelten. Letzten Endes sind die Jünger Christi im Wesentlichen Verwalter, die mit der Sorge um Sein Eigentum und Seine Interessen hier auf Erden betraut sind.

Das Gleichnis steckt voller Schwierigkeiten. Scheinbar empfiehlt es Unlauterkeit und Unehrlichkeit, aber wenn wir seine eigentliche Bedeutung verstehen, enthält es viele äußerst wichtige Belehrungen.

Knapp zusammengefasst lautet die Geschichte folgendermaßen: Ein reicher Gutsbesitzer hatte einen Verwalter über sein Geschäft bestellt. Im Laufe der Zeit erfuhr der Herr aber, dass der Angestellte sein Geld verschwendete. Nach einer sofortigen Rechnungsprüfung übermittelte er sodann dem Verwalter die Nachricht über dessen bevorstehende Kündigung.

Der Verwalter seinerseits wurde sich nun seiner düsteren Zukunftsaussichten bewusst. Er war zu alt für harte, körperliche Arbeit, und er schämte sich, betteln zu gehen. So entwarf er einen Plan, wie er sich Freunde für die Zukunft sichern könnte. Er ging zu einem Schuldner seines Herrn und fragte ihn: »Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?« Die Antwort lautete: »Hundert Bat Öl.« »Gut«, sagte der Verwalter, »zahle die Hälfte, und wir werden es damit gut sein lassen.« Dann ging er zu einem anderen Schuldner seines Herrn und fragte: »Wie viel schuldest du?« Der Kunde entgegnete: »Hundert Kor Weizen.« »Gut, zahle achtzig, und wir betrachten die Rechnung als bezahlt.«

Der Kommentar, der nun folgt, ist noch schockierender als die Machenschaften des ungerechten Verwalters:

»Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, dass er klug gehandelt habe. Denn die Kinder dieser Weltzeit sind ihrem Geschlecht gegenüber klüger als die Kinder des Lichts« (V. 8).

Wie nun aber sollen wir diese scheinbare Billigung unehrlicher Geschäftspraktiken verstehen? Eins ist sicher: Weder der Herr des Verwalters, noch unser Herr lobte je solche Unehrlichkeit. Sie war es ja gerade, die anfänglich zu seiner Kündigung geführt hatte. Kein Rechtschaffener könnte jemals dergleichen Betrügereien und solcher Untreue zustimmen. Was auch immer das Gleichnis lehrt, mit Sicherheit will es nicht sagen, dass Unterschlagung jemals zu rechtfertigen sei.

Es gab nur eine Sache, für die der ungerechte Verwalter gelobt werden konnte, und das war, dass er für die Zukunft Vorsorge getroffen hatte. Er unternahm Schritte, um sich Freunde zu sichern, wenn seine Anstellung als Verwalter schon beendet sein würde. Er unternahm etwas für das »Morgen«, anstatt für das »Heute« zu leben.

Das ist der springende Punkt des Gleichnisses. Weltlich gesinnte Menschen bringen alle Energie auf, um für kommende Tage zu sorgen, aber die einzige Zukunft, über die sie sich Gedanken machen, ist ihr Alter, die Zeit ihres Ruhestandes. So arbeiten sie fleißig, um sicherzustellen, dass sie ihre Schäflein im Trockenen haben, wenn sie einmal nicht mehr ihren einträglichen Geschäften nachgehen können. Bei ihrem Streben nach sozialer Absicherung lassen sie nichts unversucht.

In diesem Sinne sind verlorene Menschen klüger als Christen. Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir aber begreifen, dass die Zukunft des Christen sich nicht auf dieser Erde abspielt, sondern im Himmel. Das ist der entscheidende Punkt. Für den Ungläubigen bedeutet Zukunft die Zeit von jetzt an bis zu seinem Tod. Für ein Gotteskind bedeutet Zukunft eine Ewigkeit mit Christus.

Also lehrt das Gleichnis, dass Ungläubige klüger und tatkräftiger sind, wenn es darum geht, für ihre Zukunft auf dieser Erde zu sorgen, als es Christen bezüglich ihrer Zukunft im Himmel sind.

Vor diesem Hintergrund erklärt der Herr Jesus die praktische Anwendung der Lektion:

»Auch Ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn ihr Mangel habt, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten!«

Mit »ungerechtem Mammon« ist Geld oder anderer materieller Besitz gemeint. Wir können diese Dinge benutzen, um Seelen für Christus zu gewinnen. Menschen, die durch den treuen Gebrauch unseres Geldes gewonnen wurden, werden hier »Freunde« genannt. Es werden Tage kommen, wo wir einmal nichts mehr tun können (entweder sterben wir oder werden bei der Entrückung von Christus in den Himmel genommen). Freunde, die wir dann durch unseren klugen Umgang mit materiellem Besitz gewonnen haben werden, werden uns dann gleichsam als Empfangskomitee in unseren ewigen Wohnstätten willkommen heißen.

So also sorgen kluge Verwalter für die Zukunft vor – nicht, indem sie ihr kurzes Leben für ein vergebliches Streben nach Sicherheit auf Erden einsetzen; sondern indem sie leidenschaftlich danach trachten, einmal im Himmel von Freunden umgeben zu sein, die durch ihr Geld für Christus gewonnen wurden. Geld, das für Bibeln, Neue Testamente, Schriften, Traktate und andere christliche Literatur ausgegeben wurde. Geld, das dafür eingesetzt wurde, Missionare und andere christliche Arbeiter zu unterstützen. Geld, das half, christliche Radioprogramme und andere wertvolle christliche Aktivitäten zu finanzieren. Kurz, Geld, das dazu verwendet wurde, um die Verbreitung des Evangeliums auf irgendeine Art und Weise zu fördern. »Die einzige Art, wie wir uns Schätze im Himmel sammeln können, ist, sie in etwas zu investieren, das in den Himmel kommt.«

Wenn ein Christ sieht, dass sein materieller Besitz dazu verwendet werden kann, kostbare Seelen zu erretten, verliert er seine Liebe für »Dinge«. Luxus, Reichtum und materieller Glanz verlieren ihren ursprünglichen Reiz für ihn. Er sehnt sich danach, dass der »ungerechte Mammon« sich gleichsam durch göttliche Chemie verwandelt und dabei Menschen gewonnen werden, die das Lamm in alle Ewigkeit anbeten. Er ist von der Möglichkeit fasziniert, ein Werk im Leben von Menschen zu tun, das ewigen Ruhm für Gott und ewigen Segen für diese Menschen selbst hervorbringen wird. Er spürt etwas von dem Verlangen eines Rutherford:

 

O wenn ich doch eine Seele aus Anworth
treffen könnte an Gottes rechter Hand,
so wäre mein Himmel zu zwei Himmeln
geworden in Immanuels Land.
Anne R. Cousin

 

Für ihn sind alle Diamanten, Edelsteine und Perlen, alle Bankanlagen, all die Versicherungspolicen, all die Villen, Vergnügungsboote und prächtigen Autos nichts wie ungerechter Mammon. Für sich selbst verwendet, verderben sie; aber wenn sie für Christus ausgegeben werden, werfen sie eine ganze
Ewigkeit lang ihren Ertrag ab.

Die Art, wie wir mit materiellen Dingen umgehen, das Ausmaß, in welchem wir diese Dinge horten, ist ein Test für unseren Charakter. Der Herr betont dies in Vers 10:

»Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.«

Hier bedeutet »das Geringste« die Verwaltung materieller Dinge. Diejenigen, die treu sind, sind die, welche diese Dinge zum Lobe Gottes und zum Segen für andere Menschen einsetzen. Diejenigen, die untreu sind, sind diejenigen, welche ihren Besitz für Komfort, luxuriöses Leben und eigensüchtige Vergnügungen ausgeben. Wenn man einem Mann in geringen Dingen nicht vertrauen kann (materieller Besitz), wie sollte man ihm eine wichtige Sache anvertrauen können (die Verwaltung geistlicher Angelegenheiten)?! Wenn ein Mann mit dem ungerechten Mammon untreu ist, wie kann man erwarten, dass er als ein Diener Christi und ein Verwalter des Geheimnisses Gottes treu ist (1.Kor. 4,1)? Der Heiland geht daher mit Seiner Argumentation noch einen Schritt weiter:

Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen (Vers 11)?

Irdische Schätze sind keine wahren Reichtümer; ihr Wert ist endlich und zeitlich. Geistliche Schätze sind wahre Reichtümer; ihr Wert kann nicht gemessen werden und wird nie aufhören zu bestehen. Nur wenn ein Mann im Umgang mit materiellen Dingen treu ist, kann er von Gott auch erwarten, dass dieser ihm geistlichen Reichtum in diesem Leben und darüber hinaus Schätze im Himmel anvertraut.

Noch einmal weitet der Herr die Argumentation aus, indem Er sagt:

»Und wenn ihr mit dem Gut eines anderen nicht treu wart, wer wird euch das Eure geben?« (Vers 12)

Materielle Dinge gehören uns nicht; sie gehören Gott. Alles, was wir besitzen, ist uns von Gott als heiliges Gut zur Verwaltung anvertraut. Alles, was wir unser Eigen nennen können, sind die Früchte fleißigen Bibelstudiums und Dienstes hier auf Erden und die Belohnung für treue Verwalterschaft im Himmel.

Wenn wir uns im Umgang mit Gottes Besitz nicht als treu erwiesen haben, dann können wir auch nicht erwarten, in die tiefen Wahrheiten des Wortes Gottes in diesem Leben einzudringen, noch Lohn im künftigen Leben zu erhalten.

Gleichsam als Höhepunkt bezeugt der Herr nun eindringlich, indem er die Lehre des gesamten Gleichnisses zusammenfasst:

»Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!« (Vers 13).

Es kann keine geteilte Treue geben. Ein Jünger kann nicht für zwei Welten leben. Ein Verwalter liebt entweder Gott, oder er liebt das Geld. Wenn er das Geld liebt, dann hasst er Gott. Und, vergiss nicht, dies wurde für Jünger geschrieben, nicht für verlorene Menschen.

 

Dieser Artikel ist aus dem Buch »Wahre Jüngerschaft« von William MacDonald (CLV-Bielefeld) entnommen.