Main menu
Loading
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/headers.Magazin-Abogk-is-88.jpglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/headers.Header_Seminar-Saeulengk-is-88.jpglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/headers.Kinder_Sonntagsschulseminargk-is-88.jpglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/headers.Kasachstangk-is-88.pnglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/headers.Header_Flüchtlinge_Glaubensgrundkursgk-is-88.jpglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/Broschre-obengk-is-88.jpglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/headers.Siziliengk-is-88.jpglink
http://voiceofhope-missionswerk.de/modules/mod_image_show_gk4/cache/Gottes Lebensregel fuer Heiligkeitgk-is-88.jpglink
«
»
  1. 0
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 9
  7. 10
  8. 11


Beten Sie?

Ein Aufruf zum Gebet  (J. C. Ryle)

 



Die Gewohnheit des Gebets ist eines der sichersten Merkmale eines wahren Christen
 


 

Ich möchte Ihnen eine Frage stellen. Sie besteht aus zwei Wörtern: Beten Sie? So eine Frage kann kein anderer als Sie selbst beantworten. Ob Sie Gottesdienste besuchen oder auch nicht, kann Ihr Pastor bestätigen. Ob Sie in Ihrem Haus Andachten halten oder auch nicht, weiß Ihre Familie. Aber ob Sie persönlich beten oder auch nicht, ist eine Angelegenheit zwischen Ihnen und Gott.

Ich möchte Sie von ganzem Herzen bitten, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Sagen Sie nicht, dass es Ihnen zu persönlich sei. Wenn Ihr Herz mit Gott im Reinen ist, brauchen Sie nichts zu befürchten. Weisen Sie meine Frage nicht so einfach ab, indem Sie antworten, dass Sie doch Ihre Gebete verrichten. Denn es ist eine Sache, Gebete zu verrichten, und eine andere, zu beten. Und erzählen Sie mir auch nicht, dass meine Frage unnötig sei. Ich möchte Sie bitten, mir für ein paar Minuten zuzuhören, damit ich Ihnen meine Frage begründen kann.

Ich frage deshalb, weil Beten für die Errettung eines Menschen absolut notwendig ist. Ich behaupte, dass es absolut notwendig ist, und sage es ganz bewusst. Ich rede nicht von Kindern und Unwissenden. Ich beschreibe nicht den Status eines Heiden. Ich weiß, dass da, wo nicht viel gegeben ist, auch nicht viel verlangt werden kann. Ich spreche ausdrücklich von denen, die sich Christen nennen, aus einem Land wie dem unseren. Davon rede ich, wenn ich behaupte: Kein Mann und keine Frau kann erwarten, gerettet zu sein, wenn sie nicht beten.

Ich halte an der Errettung aus Gnaden genauso fest wie jeder andere. Ich würde auch freudig dem größten Sünder, der jemals gelebt hat, die freie und vollkommene Vergebung anbieten. Ich würde auch nicht zögern, an seinem Totenbett zu stehen und zu sagen: »Glaube an den Herrn Jesus Christus, und du wirst auch jetzt noch errettet werden!« Aber dass jemand die Errettung erlangen kann, ohne dass er darum bittet, kann ich in der Bibel nicht finden. Auch nicht, dass ein Mensch die Vergebung seiner Sünden erhält, dessen Herz noch nicht einmal dazu bewegt worden ist, zu sagen: »Herr Jesus, bitte gewähre mir Deine Vergebung!« Wo finden wir das in der Bibel? Dass niemand durch seine Gebete gerettet wird, kann ich dort lesen; allerdings nicht, dass jemand ohne Gebet gerettet wird.

Die Bibel zu lesen, gehört nicht zu den absolut notwendigen Dingen. Es kann ja sein, dass jemand ungebildet ist oder blind, und doch wohnt Christus in seinem Herzen. Es ist auch nicht unbedingt nötig, öffentliche Predigten über das Evangelium zu hören. Vielleicht lebt derjenige irgendwo, wo das Evangelium nicht gepredigt wird, oder er ist bettlägerig oder taub. Aber all das kann vom Gebet nicht gesagt werden. Das Gebet ist unbedingt notwendig zur Errettung.

Es gibt keinen goldenen Weg – weder zur Gesundheit noch zur Bildung. Ob Prinzen oder Könige, arme Leute oder Bauern, jeder Einzelne ist für die Bedürfnisse seines Körpers und Geistes selber verantwortlich. Keiner kann einen Stellvertreter für sich essen, trinken oder schlafen lassen. Auch kann das Lernen des Alphabets von keinem anderen übernommen werden. Alle diese Tätigkeiten muss jeder selbst ausführen, oder sie werden gar nicht erledigt werden.

Das, was auf den Körper und Geist zutrifft, gilt ebenso für die Seele. Es gibt ganz bestimmte Dinge, die absolut notwendig für das Wohlergehen und die Gesundheit der Seele sind. Auch da ist jeder für sich persönlich verantwortlich. Jeder muss persönlich Buße tun. Jeder muss Christus persönlich anrufen. Und ebenso muss jeder persönlich zu Gott reden und beten. Das ist etwas, was Sie nur selber ausführen können, weil kein anderer diese Aufgabe für Sie übernehmen kann.

 

Ohne Gebet zu leben, heißt, ohne Gott, ohne Christus, ohne Gnade, ohne Hoffnung und ohne den Himmel zu leben. Das bedeutet, sich auf dem Weg zur Hölle zu befinden. Überrascht es Sie jetzt noch, dass ich die Frage stelle: Beten Sie? Und ich frage Sie nochmals, ob Sie beten, weil eine Gewohnheit des Gebets eines der sichersten Merkmale eines wahren Christen ist. In dieser Beziehung geht es allen Christen auf dieser Erde gleich. Von dem Moment an, wenn ihr Glaube Leben und Wirklichkeit erfährt, fangen sie an zu beten. Genauso wie bei einem Neugeborenen das Atmen das erste Zeichen von Leben ist, zeigt das Gebet als Erstes die Neugeburt von Männern und Frauen an.

Dieses ist eines der gemeinsamen Kennzeichen der Auserwählten Gottes: Sie rufen Ihn Tag und Nacht an (Lk. 18,7). Der Heilige Geist, durch den sie neue Kreaturen geworden sind, erweckt in ihnen die Gewissheit der Adoption und bringt sie dazu, »Abba, lieber Vater!« zu rufen (Röm. 8,15). Wenn der Herr Jesus sie erweckt, gibt Er ihnen eine Stimme und eine Zunge und sagt ihnen: »Ihr seid nicht mehr stumm.« Gott hat keine stummen Kinder. Das Gebet ist ein Teil ihrer neuen Natur, so wie das Schreien eines Säuglings. Sie erkennen ihr Bedürfnis nach Erbarmen und Gnade. Sie fühlen ihre Leere und Schwachheit. Sie können nicht anders, als zu beten.

Ich habe das Leben der Heiligen Gottes in der Bibel genau studiert, und ich konnte keinen finden, von dessen Leben uns viel berichtet wird – von der Genesis bis zur Offenbarung –, der nicht ein Mann des Gebets gewesen wäre. Es wird als eines der Kennzeichen der Heiligen erwähnt, dass sie Gott als Vater anrufen (1.Pt. 1,17), oder den Namen des Herrn Jesus Christus (1.Kor. 1,2). Dagegen erkennt man die Bösen an folgender Tatsache: »Den HERRN rufen sie nicht an« (Ps. 14,4).

Auch habe ich das Leben von vielen herausragenden Christen, die seit dem Anfang der Bibel lebten, genau untersucht. Einige waren reich und andere arm. Einige waren Gelehrte und andere Ungebildete. Einige waren Anhänger der Episkopalkirche, andere kamen aus allen möglichen christlichen Denominationen. Einige waren Calvinisten und andere Arminianer. Die einen zogen es vor, eine Liturgie einzusetzen, während die anderen gar keinen Gebrauch davon machten. Aber eines hatten sie alle gemeinsam: Sie waren alle Männer des Gebets!

Wenn ich die Berichte der heutigen Missionsgesellschaften ansehe, kann ich mit Freuden erkennen, dass in den unterschiedlichsten Teilen der Erde heidnische Männer und Frauen das Evangelium annehmen. Es geschehen Bekehrungen in Afrika, Neuseeland, Westindien und China. Diese bekehrten Menschen unterscheiden sich von Natur aus in jeglicher Beziehung voneinander. Aber bei allen Missionsgesellschaften kann man eine auffallende Sache beobachten: Alle diese Bekehrten beten!

 

Ich bestreite nicht, dass es auch Menschen gibt, die ohne Ernsthaftigkeit und Herz beten. Ich behaupte auch nicht für einen Moment, dass man etwas über die Seele der Leute, die beten, aussagen kann. So wie in allen Bereichen der Religion kann es sich auch hier um Täuschungen und Heuchelei handeln.

Aber das sage ich, um damit zu beweisen, dass jemand noch kein wahrer Christ sein kann, wenn er nicht betet. Er kann kein wahres Empfinden für seine Sünden haben. Er kann Gott nicht wirklich lieben. Er kann sich Christus gegenüber nicht als Schuldner fühlen und sich nicht nach der Heiligung sehnen. Sein Sehnen kann nicht nach dem Himmel sein. Er muss erst wiedergeboren werden. Zuerst muss er in eine neue Kreatur verwandelt werden. Vielleicht brüstet er sich zuversichtlich mit der Erwählung, Gnade, Glauben, Hoffnung und Erkenntnis und täuscht damit unwissende Leute. Doch Sie können sicher sein: Es ist alles unnützes Gerede, wenn derjenige nicht betet.

Und weiterhin sage ich, dass von allen Beweisen des Wirkens des Heiligen Geistes die Gewohnheit eines warmherzigen persönlichen Gebets als die überzeugendste Wirkung anzusehen ist. Es mag sein, dass jemand Predigten hält – aber aus falschen Motiven. Es kann sein, dass ein Mann Bücher schreibt und herrliche Reden hält sowie gute Werke anstrebt – und doch kann er ein Judas Ischariot sein. Aber es ist ganz selten der Fall, dass jemand in sein Kämmerlein geht und sein Herz vor Gott ausschüttet, ohne dass es ihm ernst ist. Der Herr Selbst hat Sein Zeichen auf das Gebet gesetzt, als Beweis für eine echte Bekehrung. Als Er Ananias zu Saul in Damaskus sandte, bekam dieser keinen anderen Beweis für die Veränderung in dessen Herz, als diesen: »Siehe, er betet!« (Apg. 9,11)

 

Ich weiß, dass einem Menschen vieles durch den Kopf geht, bevor er dahin gelangt, zu beten. Er hat wahrscheinlich viele Überzeugungen, Sehnsüchte, Wünsche, Gefühle, Absichten, Vorsätze, Hoffnungen und Ängste. Aber alle diese Dinge sind keine sicheren Beweise. Sie sind auch bei nichtchristlichen Menschen vorhanden und beweisen gar nichts. In vielen Fällen dauern sie nicht länger an als eine Wolke am Morgen, genauso wie der Tau am Morgen. Aber ein echtes, warmherziges Gebet, das aus einem zerbrochenen und reuevollen Geist kommt, ist mehr wert als alle diese Dinge zusammen.

 

Ich weiß, dass der Heilige Geist, der den Sünder zur Umkehr bewegt, ihn in vielen Fällen auf eine langsame Art und Weise leitet, um ihn mit Christus bekannt zu machen. Aber wir Menschen können nur das Äußere sehen. Ich kann niemanden als gerettet bezeichnen, bis dieser glaubt. Ich wage es allerdings nicht zu sagen, dass jemand gläubig ist, bis er betet. Ich habe kein Verständnis für einen stummen Glauben – der erste Schritt im Glauben ist, zu Gott zu sprechen.

Der Glaube ist für die Seele das, was das Leben für den Körper ist. Das Gebet ist für den Glauben das, was der Atem für das Leben ist. Wie ein Mensch leben kann, ohne zu atmen, geht über mein Verständnis hinaus, und wie jemand glauben kann, ohne zu beten, übersteigt mein Verständnis ebenso.

 

Seien Sie nicht überrascht, wenn Prediger des Evangeliums auf der Wichtigkeit des Gebets bestehen. Das ist genau der Punkt, den wir Ihnen vermitteln wollen. Wir wollen wissen, ob Sie beten. Ihre Ansichten über die Lehre sind vielleicht korrekt. Ihre Liebe zum Protestantismus ist vielleicht warmherzig und fehlerfrei. Aber vielleicht ist dies nicht mehr als ein Kopfglaube. Wir möchten wissen, ob Sie wirklich mit dem Thron der Gnade vertraut sind, und ob Sie zu Gott genauso viel sprechen wie über Ihn.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch »Beten Sie?!« von J. C. Ryle.
(Erhältlich bei Voice of Hope und 3L-Verlag)