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Nordkorea
 


Wie ergeht es den Christen in Nordkorea?
Das Licht des Evangeliums im Land der härtesten Christenverfolgung

 

Nordkorea

 

  


Wir berichten aus unserer Arbeit in Ihrer Gemeinde, im Jugendkreis, etc.

► schicken Sie uns eine Anfrage für einen Vortrag

 

 


 

 

 

 


  

Ein kleines Licht in einer großen Dunkelheit 


Die untergehende Sonne taucht den Himmel in dunkles Rot; die letzten Sonnenstrahlen streifen die beiden Nordkoreaner, die allein unterwegs sind. Am Flussufer suchen sie nach Essbarem; die Besorgnis ist ihnen ins Gesicht geschrieben. – Nicht mehr lange, und das Land wird in Dunkelheit eingehüllt sein.

Von China aus blicken wir auf das isolierteste Land der Welt: Nordkorea. Nur der Fluss (Yalu) trennt uns von dem Land, das uns so sehr am Herzen liegt. Wir beobachten zwei Koreaner, die auf der Suche nach Nahrung sind. Wir sehen ihnen nach, bis sie in der Dunkelheit verschwinden.

Die Dunkelheit wird nun durch das klare Mondlicht durchbrochen; die Konturen des Mondes zeichnen sich am Nachthimmel über Nordkorea ab. Dieser Anblick lässt unsere Hoffnung und Erwartung wachsen. Wie tief die Dunkelheit auch sein mag – wir glauben, dass das Licht stärker ist als die Finsternis, die in Nordkorea vorherrscht.

 

»Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.« (Hebr. 4,12)

 

Nordkorea ist das am meisten abgeschottete Land der Erde und belegt seit Jahren Platz eins auf der Rangliste der Länder, in denen Christen verfolgt werden. Das Land ist völlig isoliert von der Außenwelt, was massive Folgen für das Alltagsleben der nordkoreanischen Bevölkerung nach sich zieht. Durch Angst und Hunger halten die kommunistischen Führer das Land in Schach – seit über 60 Jahren. Die Führer haben sich selbst zu einem gottähnlichen Status erhoben und alle Bürger dazu verpflichtet, sie anzubeten und zu verehren.

Die Juche-Ideologie, vom Staatsgründer Kim Il Sung begründet, bedeutet »Selbstvertrauen« und »Unabhängigkeit« und bildet somit einen direkten Gegenpol zu der Lehre der Bibel. Aus diesem Grund begann die nordkoreanische Regierung 1946 mit der Christenverfolgung.

Alle Bibeln und jegliche biblische Literatur mussten vernichtet werden, alle Kirchen wurden geschlossen oder in ein »Kim Il Sung Forschungszentrum« umfunktioniert. Inzwischen wurde viel Blut von Christen vergossen, denn ein Christ wird seitdem als ein Geächteter angesehen. Wahre Christen haben kein Recht auf Leben. Sie leben in einer Gesellschaft, die das Ziel verfolgt, alle Christen auszurotten. Viele Tausend Gläubige, deren Geschichte wir nie erfahren werden, haben um Christi willen gelitten und sind den Märtyrertod gestorben. Bis heute hat sich die Situation nicht geändert.

Bei unserem Südkorea-Besuch fragten wir Christen, die aus Nordkorea geflohen waren: »Was muss geschehen, um euer Heimatland in die Freiheit zu führen?« - »Nur durch Gebet um Gnade und die Kraft des Wortes Gottes kann die Lüge der Juche-Ideologie enttarnt werden und können Menschen zum wahren Glauben und zum wahren Gott finden.«

Alle Christen in Nordkorea führen ihr Christsein im Verborgenen. Sich frei zu einem Gottesdienst zu versammeln, ist unmöglich. Christen treffen sich in kleinen Gruppen, während draußen immer jemand Wache hält. Sie singen und beten im Flüsterton. Manche treffen sich im Freien, wo sie während eines Spaziergangs Bibelverse austauschen. Ein nordkoreanischer Flüchtling berichtete uns Folgendes: »Manchmal gingen wir als Familie an einen abgelegenen Strand, wo wir Gottes Namen laut ausrufen konnten, ohne dass uns jemand hörte. Außerdem sangen wir dort mit lauter Stimme Glaubenslieder.«

Jeder dritte Nordkoreaner ist ein Spion. Oft verrät er für eine Essensration seine Verwandten, Nachbarn oder Freunde. Die Regierung geht raffiniert vor: Sie lässt die Lehrer die Schüler auffordern, zuhause nach einem »kleinen schwarzen Buch« zu suchen. Wenn ein Kind solch ein »kleines Buch« findet, soll es seinen Eltern nichts davon sagen, sondern am nächsten Tag dem Lehrer Bescheid geben. Wird ein Kind fündig und teilt es in seiner Naivität dem Lehrer mit, kommt die gesamte Familie bis in die 3. Generation ins Gefangenenlager. »Wenn die Eltern korrupt sind«, so die Begründung der nordkoreanischen Regierung, »ist die ganze Familie vergiftet und muss eliminiert werden.«

Die Menschen in den Gefangenenlagern leben unter sehr harten Bedingungen. Tag für Tag müssen sie Schwerstarbeit leisten und leiden dabei an Unterernährung. Aufgrund der miserablen Hygienebedingungen sind die meisten Inhaftierten krank. Täglich finden Selbstkritik-Stunden statt: Jeder muss etwas benennen, was bei ihm nicht in Ordnung ist; mit nur einem Ziel: Die Würde des Menschen zu zerstören.

Trotz dieser inhumanen Lebensbedingungen sorgt der Herr für Seine Kinder – innerhalb und außerhalb der Mauern von Konzentrationslagern. Auch hier bewahrheitet sich der Grundsatz: »Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.«

Wie steht es bei uns? Bezeugen wir, dass wir Christen sind? Hätten wir den Mut, unter solchen Umständen zu unserem Glauben zu stehen, wissend um die möglichen Konsequenzen? Nordkoreaner wissen, was ein Glaubensbekenntnis nach sich ziehen kann und was sie erwartet, wenn sie verraten und verhaftet werden. Durch Gottes Gnade können sie standfest bleiben und ihr Vertrauen auf IHN setzen, der einst gelitten und gestorben ist, um Seinem Volk ewiges Leben zu schenken. Er starb nicht als Märtyrer, sondern als Vermittler, der Sündern einen Rettungsweg eröffnet hat. Durch Jesus Christus können wir erlöst werden.

»Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist ihr Gott? Lass unter den Nationen vor unseren Augen kundwerden, dass Du das vergossene Blut Deiner Knechte rächst! Lass vor Dich kommen das Seufzen des Gefangenen; nach der Größe Deines Armes lass übrig bleiben die Kinder des Todes! Und gib unseren Nachbarn siebenfach in ihren Schoß zurück ihren Hohn, mit dem sie Dich gehöhnt haben, Herr! Wir aber sind Dein Volk und die Herde Deiner Weide. Wir wollen dich ewig preisen, von Generation zu Generation Dein Lob erzählen!« (Psalm 79,10-13)

 

Was können wir tun?

»Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.« (1. Kor 12,26)

Als Missionswerk sehen wir es als unsere Aufgabe, diesen Nordkoreanern zu helfen und Bibeln im Land zu verteilen. Der Herr hat Türen geöffnet, um diese Menschen zu erreichen. Im Folgenden möchten wir Projekte vorstellen, die verwirklicht werden können. Zehntausende Nordkoreaner befinden sich als Gastarbeiter außerhalb Nordkoreas, beispielsweise in Sibirien. Auf unserer Missionsreise nach Sibirien haben wir nordkoreanische Gastarbeiter aufgesucht und kurze Begegnungen mit ihnen gehabt. Mit Hilfe einiger Christen, die sich in der Nähe versammeln, konnten schon einige Neue Testamente und evangelistische Broschüren, die wir mitgebracht hatten, weitergegeben werden. Der Herr sei gepriesen!

Wir möchten diese Arbeit ausbauen und planen deshalb, so der Herr will, eine weitere Reise in diese Gegend. Unser Wunsch ist es, noch weitere Geschwister aufzusuchen, die uns in der Evangeliumsverbreitung aushelfen könnten. Neben Neuen Testamenten sollen Traktate und Kärtchen mit Bibelversen im nordkoreanischen Dialekt weitergegeben werden. Da sie aus wasserabweisendem Material gefertigt sind, werden sie selbst durch Regen nicht zerstört. Zudem sind sie so klein, dass sie leicht unter der Kleidung versteckt werden können. Die Traktate können an solchen Stellen ausgelegt werden, wo Nordkoreaner sie aufheben können, ohne von jemandem gesehen zu werden. In Nordkorea können wir diese Neuen Testamente und Traktate nicht verteilen – dies ist unmöglich –, aber in Sibirien gibt es Gelegenheiten dazu, die wir gerne nutzen wollen.

Das Wichtigste, was wir für dieses abgeschottete Land tun können, ist beten – Gebet um Bewahrung inmitten der Gefahren, die der Alltag den Christen bringt; Gebet, dass sie standhaft bleiben und Kraft empfangen, Christus nicht zu verleugnen, wenn sie gefoltert werden oder mitansehen müssen, wie Familienmitglieder oder Freunde öffentlich hingerichtet werden.

 

Betet, dass die verteilten Bibeln Frucht in den Herzen ihrer Leser bewirken! Betet, dass der Herr alle an diesem Projekt beteiligten Menschen segnet und bewahrt!

Betet für Christen in Sibirien, dass sie Gelegenheiten bekommen, Nordkoreanern das Evangelium zu erklären und eine Bibel zu geben! Betet, dass der Herr das Herz des amtierenden Führers Kim Jong Un verändert, sodass er erkennt, wer er wirklich ist für sein Volk! – Welch eine Ehre wäre das für Gott, wenn dieser Mann, ein Atheist und Christenverfolger, sich verändert und Gottes Namen verherrlicht!

 


 

 

 

 


 

Das Evangelium überwindet die größte Dunkelheit

G»Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.« (Matth. 24,14))

 


Trotz aller Bedrängnis – der Verführung durch Irrlehrer, der Kriege, Verfolgungen, Naturkatastrophen und aller Hindernisse für die Verbreitung des Evangeliums – wird die frohe Botschaft schließlich bis in jeden Winkel der Erde vordringen. Gott fehlt es nie an Zeugen, und Er wird, wenn nötig, das Evangelium vom Himmel her verkündigen (Offb. 14,6).

 

In unserer westlichen Welt ist es kaum vorstellbar, dass es Menschen gibt, denen es verboten wird, in der Bibel zu lesen. In Nordkorea wird ein Verstoß dagegen damit geahndet, dass die ganze Familie und auch die nähere Verwandtschaft ins Arbeitslager – genauer: ins Vernichtungslager – gesperrt wird. Und doch ist der Hunger nach dem „Brot des Lebens“ bei etlichen größer als die Angst vor der Strafe. In ganz kleinen Gruppen (bis zu fünf Personen) treffen sich Christen, um gemeinsam zu beten und die Bibel zu lesen.

Wie aber kamen sie zu einer Bibel? Nun, unser Vater im Himmel, der auch der Vater der nordkoreanischen Christen ist, kennt Mittel und Wege dazu. In der Magazin-Ausgabe 2/2015 berichteten wir, wie nordkoreanische Gastarbeiter mit dem Evangelium erreicht werden können. In dieser Ausgabe soll eine weitere Möglichkeit aufgezeigt werden, wie das Wort Gottes nach Nordkorea gelangt.

 

 

Neue Wege für Gottes Wort

In der Volksrepublik ist es nach wie vor äußerst gefährlich, eine Bibel zu besitzen. Mithilfe von speziell entwickelten Helium-Ballons, die von Südkorea aus gestartet werden, kann man tausende Neue Testamente nach Nordkorea befördern, um den Menschen dort Gottes Wort zugänglich zu machen. Der Ballon transportiert in einem Behälter eine Ladung von Neuen Testamenten. Dank eines entsprechenden Mechanismus öffnet sich der Behälter zu einem bestimmten Zeitpunkt, so dass die Ladung verteilt wird. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wind günstig ist und der Ballon im Schutz der Dunkelheit seinen Bestimmungsort erreicht. Die ganze Aktion wird mit flehentlichem Gebet unterstützt. Der leitende Bruder dieser Aktion vertraut dem Herrn, dass Er dafür sorgt, dass jedes der Neuen Testamente das von Ihm bestimmte Ziel erreicht. Allein 2013 wurden 500.000 Traktate und 50.000 Neue Testamente auf diese Weise nach Nordkorea befördert.

 

 


 

Genauso soll auch Mein Wort sein, das aus Meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu Mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was Mir gefällt, und durchführen, wozu Ich es gesandt habe! (Jesaja 55,11)

 


 

 

Gottes Wort bringt Hoffnung

In Südkorea sorgen mehrere Geschwister für die biblische Zurüstung und praktische Vorbereitung von nordkoreanischen Flüchtlingen, die nur einen Wunsch haben: das Evangelium ihren Freunden und Familien in Nordkorea zu bringen – und das nach monatelanger Flucht; können Sie sich das vorstellen? Nur wenigen gelingt es, unter lebensgefährlichen Umständen zu fliehen! Und nun setzen sie wiederum ihr Leben aufs Spiel! Wieso nehmen sie ein solches Wagnis auf sich? Es handelt sich bei diesen Flüchtlingen meist um Menschen, die zum ersten Mal in Südkorea das Evangelium gehört haben und Errettung von ihren Sünden durch Jesus Christus erfahren durften.

Nach langer Prüfungs- und Integrationsphase, nachdem sie endlich eine Wohnung gefunden haben, wo sie in Frieden leben können, bewegt nur ein Gedanke ihr Herz: Diejenigen, die ich zurückgelassen habe, brauchen auch das Wort Gottes! Denn nur Sein Wort bringt Hoffnung! Diese Geschwister gehen zurück mit der Bereitschaft, ihr Leben hinzugeben; ihnen ist bewusst, dass ihr Leben unter diesen Umständen nur von kurzer Dauer ist! Doch die Liebe Christi drängt sie, ihren Freunden und Familien die Botschaft des Heils zu bringen.

 

Liebe Missionsfreunde,

bitte beten Sie, dass der Herr das Ballonprojekt segnet und viele Bibeln aufgehoben und gelesen werden! Beten Sie, dass der Herr alle an diesem Projekt beteiligten Menschen segnet und bewahrt – besonders diejenigen, die es wagen, nach ihrer Flucht wieder in ihr Land zurückzukehren!

 

 

Zum Schluss noch ein Zeugnis zweier junger Christen

Zwei junge Christen, Bruder Kim und Bruder Choi, wurden in China gefangen genommen und nach Hamgyeongbuk bzw. Hamgyeongnam-do in Nordkorea ausgeliefert. Dort wurden sie von dem staatlichen Sicherheitsdienst ermordet.

Als 13-jährige waren sie aus Nordkorea geflohen und hatten seit einigen Jahren an einem Jüngerschaftskurs in einer chinesischen Untergrund - Gemeinde teilgenommen. In China hatten sie sich auch taufen lassen und sind treue Nachfolger Jesu geworden.

Bevor sie nach China flohen, verloren sie ihre Eltern durch den Hungertod. Nachdem sie den Grenzfluss überquert hatten, gelangten sie nach China, wo sie fünf Jahre lang nur dadurch überlebten, dass sie alles Essbare, das sie auf dem Boden fanden, aufsammelten. Schließlich stießen sie auf eine Gemeinde, bei der sie um Essen zu betteln wagten. Dort hörten sie zum ersten Mal das Evangelium und durften Frieden mit Gott finden.

Dann aber wurden sie von der chinesischen Polizei gefasst und verhaftet. Trotz der bevorstehenden Ausweisung blieben sie ihrem Gott treu, beteten viel und nutzten jede Gelegenheit, von Christus zu zeugen. Sie wurden – wie oben schon erwähnt – nach Nordkorea abgeschoben und kamen aufgrund ihres Glaubens an Gott in ein Konzentrationslager für politische Gefangene. Sicherheitsbeamte traten sie mit ihren schweren Stiefeln und schlugen sie mit Schlagstöcken, bis sie blutüberströmt und bewusstlos dalagen. Daraufhin übergoss man sie mit kaltem Wasser.

Weil sie ihren Gott nicht verleugneten, sondern diese Folterungen mit Fasten und Beten erduldeten, wurden sie hingerichtet. Nordkoreanische Beamte für politische Sicherheit forderten sie auf, Gott abzusagen und somit ihr Leben zu retten; doch sie wählten den Märtyrertod. Diese beiden aufrichtigen jungen Christen starben, während sie geschlagen und mit dem Kopf nach unten aufgehängt wurden.

 

Auch wenn diese Begebenheit erschütternd ist, wird eines deutlich: Das Evangelium überwindet die größte Dunkelheit!